Wie es funktioniert
Grundofen zum Selbstaufbau: So funktioniert der Tigchel-Speicherofen
Die Wärme eines gemauerten Grundofens – als mörtelloser Bausatz, den Sie selbst aufstellen können. Ein Feuer am Morgen, warm bis in die Nacht.


Was ein Grundofen ist
Ein Grundofen heizt anders als ein Kaminofen: Das Feuer brennt kurz und heiß, die massive Steinmasse nimmt die Hitze auf und gibt sie über viele Stunden als milde Strahlungswärme ab. Ein Abbrand am Morgen bringt Sie warm durch den Tag.
Der Tigchel ist ein Grundofen, der nicht gemauert wird. Seine Elemente aus hochverdichtetem Schamottebeton werden in den Niederlanden gegossen und trocken bei Ihnen zu Hause zusammengesetzt. Das Ergebnis: 12 bis 24 Stunden Wärme aus einem einzigen Feuer.
Ein Grundofen braucht lange, bis er warm wird. Dieser nicht.
Bei einem gemauerten Grundofen dauert es oft Stunden, bis die Wärme an der Oberfläche ankommt – die Hitze muss sich erst von innen nach außen durch die ganze Masse arbeiten. Ein Tigchel löst das über seine Bauweise.
Unten brennt das Feuer. Über der Brennkammer liegt die innere Speichermasse aus Schamottebeton, in Lamellen geformt, damit die heißen Rauchgase mit möglichst viel Fläche in Kontakt kommen. Danach strömen die Gase nicht direkt in den Schornstein, sondern durch einen Hohlraum zwischen der inneren und der äußeren Speichermasse – an genau der Schicht entlang, die später in den Raum strahlt.
So wird die äußere Oberfläche von Anfang an mit aufgeheizt, statt auf die Wärme aus dem Kern zu warten. Sie spüren die Wärme früh – und weil beide Speicherschichten Masse haben, bleibt sie über Stunden erhalten.
Damit der Ofen beim Anfeuern schnell auf Zug kommt, gibt es einen Bypass: eine Klappe, die den Rauchgasen anfangs den direkten Weg in den Schornstein öffnet. Das heizt den Schornstein auf und erzeugt den nötigen Unterdruck. Ist das Feuer in Gang, wird der Bypass geschlossen – und die Gase nehmen wieder den langen Weg durch die Speichermasse, wo sie ihre Wärme abgeben statt sie ungenutzt nach oben zu verlieren.


Warum ein Speicherofen sauberer verbrennt als ein Kaminofen
Was in der Brennkammer eines Tigchel passiert, ist keine gewöhnliche Verbrennung. Das Holzgas – das bei der Verbrennung entsteht – wird bei Temperaturen von bis zu 1.200 °C nachverbrannt. Das Ergebnis: eine vollständige Verbrennung, wenig Feinstaub, wenig Asche, kaum Ablagerungen im Schornstein.
Der Wirkungsgrad liegt weit über 90 Prozent. Energie die ins Holz gesteckt wurde landet fast vollständig als Wärme im Raum – nicht im Schornstein.
Ein Material, dem das Feuer nichts anhaben kann
Die Speichermasse eines Tigchel besteht aus hochfestem Beton mit Schamotteanteil – einem Material, das für genau eine Aufgabe gemacht ist: große Hitze aufnehmen, speichern und wieder abgeben, ohne Schaden zu nehmen.
Entscheidend ist, wie es auf Feuer reagiert: gar nicht. Das Material ist hitzeunempfindlich und dehnt sich bei Wärme praktisch nicht aus. Genau dieses Ausdehnen ist bei vielen Öfen das Problem – wenn sich Material bei Hitze ausdehnt und beim Abkühlen wieder zusammenzieht, entstehen mit der Zeit Spannungsrisse.
Beim Tigchel kommt beides zusammen: ein Material, das sich kaum verändert, und eine mörtellose Segment-Konstruktion, bei der jedes Element für sich arbeitet. Es gibt keine starre Verbindung, die unter Spannung reißen könnte. Deshalb bleibt ein Tigchel über Jahrzehnte dicht und stabil – und einzelne Elemente ließen sich im Bedarfsfall sogar austauschen.
Genau diese mörtellose Bauweise hat noch einen Vorteil: Der Ofen wird nicht eingemauert, sondern trocken aufgebaut – Sie können ihn selbst aufstellen und bei einem Umzug sogar wieder mitnehmen. Wie das funktioniert, lesen Sie auf unserer Seite zur Selbstinstallation.


Wärme, die guttut
75 Prozent der Wärme gibt ein Tigchel als Strahlungswärme ab – direkt über die Oberfläche des Ofens, ohne Luftzug, ohne Gebläse. Das fühlt sich an wie Sonnenwärme: gleichmäßig, ruhig, durchdringend.
Weil keine Luft umgewälzt wird, bleibt der Staub wo er ist. Die Raumluft bleibt frisch. Viele Menschen mit empfindlichen Atemwegen empfinden das als angenehm – vor allem im Vergleich zu Konvektionsheizungen die Luft und Staub durch den Raum treiben.
Die Oberfläche des Ofens wird warm, aber nie gefährlich heiß.
Welcher Tigchel passt zu Ihnen?
Vier Größen, zwei Designlinien, 14 Farben. Sehen Sie sich zuerst die Modelle im Vergleich an – oder stellen Sie Ihren Ofen direkt zusammen, ich melde mich mit einem persönlichen Angebot.
Häufige Fragen zum Tigchel Speicherofen
Ist ein Tigchel ein Grundofen?
Im Prinzip ja – beide speichern die Hitze eines kurzen Feuers in Stein und geben sie über Stunden ab. Zwei Details unterscheiden sich: Der Tigchel wird nicht gemauert, sondern trocken aus gegossenen Elementen aufgebaut. Und er hat einen Rost – die Verbrennungsluft kommt von unten, während beim klassischen Grundofen das Holz direkt auf dem keramischen Boden brennt. Für Wärmedauer und Heizleistung spielt das keine Rolle.
Darf ich einen Tigchel auch in Zukunft noch betreiben?
Ja. Der Tigchel ist nach der europäischen Ökodesign-Verordnung (EU 2015/1185) und der Norm für Speicheröfen EN 15250 geprüft und erreicht Energieklasse A+. Das sind die Anforderungen, die der Schornsteinfeger bei der Abnahme nach der 1. BImSchV prüft – und die Grenzwerte, an denen sich auch künftige Verschärfungen orientieren. Die Diskussion um ein „Kaminofen-Verbot” betrifft alte Öfen, die die heutigen Grenzwerte für Feinstaub und CO nicht einhalten und deshalb nachgerüstet oder stillgelegt werden mussten. Ein Ofen, der die aktuellen Werte mit Abstand unterschreitet, ist davon nicht betroffen. Wer heute einen Tigchel kauft, kauft einen Ofen, der auch in vielen Jahren noch zugelassen ist.
Wie oft muss ich heizen?
Das hängt vom Haus ab, nicht vom Ofen. Als Faustregel: Im Winter reicht ein Abbrand mit 5 bis 7 Scheiten für etwa 12 Stunden, in der Übergangszeit für 20 bis 24 Stunden. In gut gedämmten Häusern länger. In meinem eigenen unisolierten Altbau heize ich an kalten Tagen zweimal täglich – das hält das Haus durchgehend warm.
Wie viel Holz verbraucht ein Tigchel?
Tigchel gibt als Richtwert etwa einen Kubikmeter pro Monat in der Heizperiode an, je nach Modell 6 bis 12 kg am Tag. Ich selbst brauche mit einem 8D im unisolierten Altbau rund fünfeinhalb Kubikmeter Eichenholz im Jahr, in einem gedämmten Haus liegt der Verbrauch deutlich darunter. Wichtig: Das Holz muss trocken sein, maximal 20 % Restfeuchte. Feuchtes Holz verbrennt schlechter, erzeugt mehr Ruß – und Sie verheizen im Grunde Ihr Geld.
Qualmt der Ofen beim Anheizen?
Nein. Der Tigchel hat einen Bypass – eine Klappe, die beim Anheizen den Rauch direkt in den Schornstein leitet, bis der Zug steht. Wie das genau funktioniert, steht oben im Abschnitt zur Bauweise.
Wie und warum ein Ofen überhaupt zu qualmen anfängt erfahren Sie hier
Ist Heizen mit einem Speicherofen gesundheitlich bedenklich?
Draußen: Der Tigchel verbrennt Holz bei bis zu 1.200 °C, fast vollständig und mit sehr wenig Feinstaub – deutlich unter den geltenden Grenzwerten. Was an Partikeln übrig bleibt, verlässt das Haus durch den Schornstein.
Im Raum: Der Tigchel ist ein geschlossenes System. Verbrennungsluft und Rauchgase kommen nie mit der Raumluft in Kontakt.
Und ein Punkt, den wenige kennen: Strahlungswärme bewegt keine Luft. Heizkörper und Fußbodenheizung erzeugen Luftströmungen, die Staub vom Boden aufwirbeln. Der Tigchel erwärmt Wände, Böden und Gegenstände direkt – die Luft bleibt ruhig, der Staub bleibt unten. Viele Menschen mit empfindlichen Atemwegen empfinden das als angenehmer.
Hinweis: Das ist keine medizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Bedenken fragen Sie Ihren Arzt.