Brennholz-Restfeuchte: wie trocken Holz sein muss und was Ihr Messgerät anzeigt

Erschienen am ca. 10 Minuten

Hand misst mit einem Holzfeuchtemessgerät die Restfeuchte auf der frischen Spaltfläche eines Buchenscheits

Wer im Herbst vor seinem Holzstapel steht, möchte wissen, ob das Holz schon in den Ofen darf. Die Antwort hängt an der Restfeuchte, und die lässt sich messen. Wie trocken Brennholz sein muss, regelt das Gesetz:.

Naturbelassenes Brennholz darf nur verbrannt werden, wenn seine Holzfeuchte unter 25 Prozent liegt (§ 3 Absatz 3 der Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen, kurz 1. BImSchV). Das entspricht einem Wassergehalt unter 20 Prozent. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen rät, eher darunter zu bleiben. Gut getrocknetes Holz, das draußen unter Dach lagert, pendelt sich auf Dauer bei etwa 15 bis 18 Prozent Holzfeuchte ein.

Warum überall andere Prozentzahlen stehen

Die Restfeuchte von Brennholz ist der Wasseranteil, der nach dem Trocknen noch im Holz steckt. Angegeben wird sie entweder als Holzfeuchte, bezogen auf die Trockenmasse, oder als Wassergehalt, bezogen auf das Gesamtgewicht des Scheits. Daher kommen die unterschiedlichen Zahlen.

Die Holzfeuchte (Fachkürzel u) setzt das Wasser im Holz ins Verhältnis zur trockenen Holzmasse, also zu dem, was übrig bliebe, wenn man alles Wasser herausholte. Der Wassergehalt (Fachkürzel w) bezieht dasselbe Wasser auf das Gesamtgewicht aus Holz und Wasser. Weil diese Bezugsgröße größer ist, fällt die Prozentzahl beim Wassergehalt immer kleiner aus. Umrechnen lässt sich das mit zwei Formeln:

  • Wassergehalt = Holzfeuchte ÷ (1 + Holzfeuchte), also w = u ÷ (1 + u)
  • Holzfeuchte = Wassergehalt ÷ (1 − Wassergehalt), also u = w ÷ (1 − w)

Mit Dezimalzahlen gerechnet ergibt 0,25 geteilt durch 1,25 genau 0,20, 25 Prozent Holzfeuchte entsprechen also 20 Prozent Wassergehalt. Die 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung spricht in § 3 Absatz 3 davon, dass der „Feuchtegehalt unter 25 Prozent bezogen auf das Trocken- oder Darrgewicht des Brennstoffs“ liegen muss, meint also die Holzfeuchte.

Die meisten handelsüblichen Holzfeuchtemessgeräte zeigen die Holzfeuchte an, also den Wert, der mit den 25 Prozent aus dem Gesetz verglichen wird. Das Technologie- und Förderzentrum Straubing (TFZ) hat 2009 in seinem Bericht Nr. 16 allerdings zwei Geräte gefunden, die entgegen ihrer eigenen Bedienungsanleitung den Wassergehalt anzeigten. Im Zweifel fragen Sie deshalb beim Hersteller nach.

Die Feuchtegrenze ist nicht die einzige Bedingung, denn die Verordnung erlaubt im Kamin- oder Kachelofen nur naturbelassenes Holz, also weder lackiertes oder beschichtetes Holz noch Spanplatten oder behandeltes Palettenholz. Außerdem darf jeder Ofen nur mit den Brennstoffen betrieben werden, die der Hersteller in der Bedienungsanleitung dafür freigibt.

Holzfeuchte und Wassergehalt umrechnen

Im folgenden Rechner geben Sie Ihren Messwert ein und wählen, ob es sich um die Holzfeuchte vom Messgerät oder um einen Wassergehalt handelt, etwa aus der Angabe Ihres Holzhändlers.

Der Rechner zeigt Ihnen den jeweils anderen Wert und den ungefähren Heizwert je Kilogramm für Laub- oder Nadelholz. Außerdem sehen Sie, ob Ihr Messwert unter dem gesetzlichen Grenzwert liegt, und unter dem Rechner steht eine Tabelle mit den gängigen Werten.

Holzfeuchte-Rechner

Geben Sie den gemessenen Wert ein. Der Rechner zeigt Holzfeuchte und Wassergehalt nebeneinander, dazu den Heizwert und ob Ihr Messwert unter dem Grenzwert der 1. BImSchV liegt.

Zahl zwischen 0 und 200, Komma erlaubt. Pfeiltasten ändern in Schritten von 0,5.
Worauf bezieht sich der Wert?

Holzfeuchte u20,0 %Wasser je Trockenmasse

Wassergehalt w16,7 %Wasser je Gesamtmasse

Holzfeuchte heißt: Wasser im Verhältnis zum völlig trockenen Holz. Wassergehalt heißt: Wasser im Verhältnis zum ganzen, feuchten Scheit. Deshalb ist die Holzfeuchte immer die größere Zahl.

Heizwert
4,05 kWh/kg
Weniger Wärme je kg als bei 15 % Wassergehalt
2,3 %

Trocken genug. Ihr Messwert liegt unter dem Grenzwert der 1. BImSchV (25 % Holzfeuchte = 20 % Wassergehalt). Weil einfache Geräte eher zu niedrig anzeigen, sollten Werte knapp unter der Grenze mit Vorsicht gelesen werden.

Skala: Wassergehalt w. Grenzen bei 15, 20 und 30 %.

Zonen: Gut bis 15 % · Unter Grenzwert 15 bis 20 % · Zu feucht 20 bis 30 % · Nass über 30 %. Die senkrechte Linie im Balken ist der Grenzwert bei 20 %.

Messwerte von Einstech-Geräten sind bei kaltem Holz zu niedrig; messen Sie am frisch gespaltenen Scheit bei Raumtemperatur. Heizwerte nach LWF Merkblatt 12 (2024); Umrechnung Holzfeuchte/Wassergehalt nach u = w/(1−w).

Holzfeuchte ↔ Wassergehalt ↔ Heizwert Laubholz

Holzfeuchte, Wassergehalt und Heizwert von Laubholz (Buche) im Überblick
Holz­feuchte uWasser­gehalt wHeizwert kWh/kgEinord­nung
10 %9,1 %4,48Gut
15 %13,0 %4,26Gut
20 %16,7 %4,05Unter Grenzwert
25 %20,0 %3,86Zu feucht
30 %23,1 %3,69Zu feucht
40 %28,6 %3,38Zu feucht
50 %33,3 %3,11Nass
60 %37,5 %2,87Nass
80 %44,4 %2,48Nass
100 %50,0 %2,16Nass

Heizwerte nach LWF Merkblatt 12 (2024). Markierte Zeile: ab 25 % Holzfeuchte liegt der Wert über dem Grenzwert der 1. BImSchV.

Was feuchtes Holz an Wärme kostet

Feuchtes Holz liefert weniger Wärme, weil ein Teil der Energie dafür draufgeht, das Wasser im Holz zu verdampfen, laut der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) 0,68 Kilowattstunden (kWh) je Kilogramm Wasser. Für Buche ergeben sich daraus je nach Restfeuchte diese Werte je Kilogramm:

  • bei 15 Prozent Wassergehalt rund 4,15 kWh
  • bei 20 Prozent rund 3,86 kWh
  • bei 30 Prozent rund 3,30 kWh
  • bei 50 Prozent rund 2,16 kWh

Ein Raummeter Buche mit 15 Prozent Wassergehalt enthält laut LWF rund 1.900 kWh, das ist etwa so viel Energie wie 190 Liter Heizöl. Wer Holz nach Gewicht kauft, bezahlt bei feuchtem Holz das Wasser mit. Den Wert Ihres ganzen Holzvorrats rechnet Ihnen der Brennholz-Rechner aus, und warum sich Buche trotz des höheren Preises oft lohnt, steht im Beitrag über teures Laubholz.

So messen Sie die Holzfeuchte richtig

Richtig messen Sie in einer festen Reihenfolge. Nehmen Sie zuerst ein paar Scheite aus der Mitte des Stapels über Nacht mit ins Haus, denn die Geräte sind auf etwa 20 °C ausgelegt und zeigen bei kaltem Holz zu niedrige Werte. Das TFZ hat bei 5 °C eine relative Abweichung von bis zu 22 Prozent festgestellt, ein Scheit vom kalten Stapel sieht also trockener aus, als es ist. Spalten Sie die warmen Scheite dann frisch, weil die Außenseite fast immer trockener ist als der Kern. Stechen Sie die Spitzen sofort in die neue Spaltfläche, und zwar so, dass die gedachte Linie zwischen ihnen quer zur Holzfaser verläuft, wie es auch das TFZ empfiehlt. Messen Sie mehrere Scheite, nicht nur eines. Oberhalb von etwa 30 Prozent Holzfeuchte misst kein Gerät mehr zuverlässig, ein solcher Wert zeigt nur, dass das Holz noch deutlich zu nass ist.

Was ich ohne Messgerät sehe und was das taugt

An trockenem Holz sehe ich oft Risse an den Stirnseiten und eine Rinde, die sich löst, außerdem ist es beim Tragen leichter. Das sind Anhaltspunkte, die keine Fachstelle geprüft hat und die ein Messgerät nicht ersetzen, zumal Risse schon entstehen, wenn nur die Stirnseite antrocknet. Auch die Klopfprobe und den Spülmitteltest, die seit Jahren in Foren kursieren, hat keine Fachstelle bestätigt, weshalb ich mich auf das Messgerät verlasse.

Stirnseiten gestapelter Buchenscheite mit Trocknungsrissen als Hinweis auf sinkende Holzfeuchte

Wie lange Brennholz zum Trocknen braucht

Gespaltenes Brennholz braucht unter günstigen Bedingungen etwa einen Sommer, sonst ein bis zwei Jahre. Frisch geschlagenes Holz enthält laut Umweltbundesamt zwischen 45 und 60 Prozent Wasser. Die LWF hat unter günstigen Bedingungen nach sechs Monaten etwa 20 Prozent und nach neun Monaten etwa 15 Prozent Wassergehalt gemessen, und auch laut TFZ kann ein Sommer genügen, um unter 20 Prozent zu kommen. Unter normalen Bedingungen nennen Umweltbundesamt und Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe ein bis zwei Jahre. Gespaltenes Holz trocknet laut TFZ deutlich schneller.

Holz nimmt bei feuchter Luft aber auch wieder Wasser auf. Unbedeckt kann es laut LWF im Herbst wieder auf fast 30 Prozent Wassergehalt ansteigen. Wie Sie das vermeiden, steht im Beitrag Brennholz richtig lagern.

Wenn Sie im Herbst Holz vor sich haben, das im Frühjahr gespalten wurde, nehmen Sie ein paar Scheite aus der Stapelmitte über Nacht mit ins Haus, spalten Sie sie dann und messen Sie sofort in der frischen Spaltfläche. Liegt der Wert über 25 Prozent Holzfeuchte, lassen Sie das Holz noch einen Sommer stehen.

Kann Brennholz zu trocken sein?

Im Freien kann Brennholz praktisch nicht zu trocken werden, weil es sich auf Dauer bei etwa 15 bis 18 Prozent Holzfeuchte einpendelt, der sogenannten Ausgleichsfeuchte. In einem normal beheizten Raum liegt dieser Wert bei etwa 11 Prozent, bei Zentral- oder Fußbodenheizung unter 10 Prozent.

Holz mit einer Restfeuchte unter 10 Prozent stammt deshalb aus einer Trockenkammer oder hat lange in einem geheizten Raum gelegen. Die Norm für Scheitholz, DIN EN ISO 17225-5, nennt laut TFZ für alle Feuchteklassen mindestens 12 Prozent Wassergehalt. Nach meiner Erfahrung brennt sehr trockenes Holz außerdem schneller und heftiger ab, belastbare Zahlen dazu habe ich in den Fachquellen nicht gefunden.

Was passiert, wenn Sie zu feuchtes Holz verbrennen

Zu feuchtes Brennholz gibt weniger Wärme ab, weil ein Teil der Energie Wasser verdampft, und es verbrennt kälter und unvollständiger, wobei mehr Feinstaub und Kohlenmonoxid entstehen. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen warnt vor Glanzruß, der sich im Schornstein absetzt und als Hauptursache für Schornsteinbrände gilt. Bei meinem Speicherofen sehe ich zu feuchtes Holz zuerst an der Scheibe, die schon nach kurzer Zeit grau wird. Wenn Ihr Ofen schlecht zieht, lohnt sich deshalb ein Blick auf das Holz, bevor Sie am Schornstein suchen, mehr dazu im Beitrag Ofen zieht nicht. Wie das Feuer sauber in Gang kommt, steht im Beitrag Anzünden von oben, und wie es um Feinstaub und Klima beim Heizen mit Holz steht, habe ich in einem eigenen Beitrag zusammengetragen.

Nach § 15 der 1. BImSchV lässt der Schornsteinfeger bei der Feuerstättenschau prüfen, ob Ihr Brennstoff die Feuchtegrenze einhält, und kann dazu die Holzfeuchte messen. Welche Folgen eine Beanstandung hat, habe ich in keiner verlässlichen Quelle gefunden. Messen Sie Ihr Holz deshalb vor der Feuerstättenschau selbst.

Worauf Sie beim Kauf von Brennholz achten

Fragen Sie beim Kauf von Brennholz oder Kaminholz nach einer Zahl für Wassergehalt oder Holzfeuchte und danach, welche der beiden Größen gemeint ist, denn „trocken“ oder „ofenfertig“ nennen keinen Wert. Die Norm DIN EN ISO 17225-5 teilt Scheitholz in die Feuchteklassen M20, M25 und M35 ein, also bis 20, 25 oder 35 Prozent Wassergehalt, und für Kamin- und Kachelöfen empfiehlt das TFZ die Klasse M20. Vorsicht bei M25: 25 Prozent Wassergehalt sind umgerechnet gut 33 Prozent Holzfeuchte, solches Holz kann also über dem gesetzlichen Grenzwert liegen. Messen Sie eine Lieferung in derselben Reihenfolge wie oben selbst und sprechen Sie den Händler bei über 25 Prozent Holzfeuchte an.

Mein Umgang mit der Restfeuchte

Ich messe mein Holz jedes Mal, bevor ich einen neuen Stapel anbreche, und lasse Holz mit einem Wert knapp unter der Grenze lieber noch liegen, weil einfache Geräte eher zu niedrig messen. Merken Sie sich die beiden Werte, 25 Prozent Holzfeuchte und 20 Prozent Wassergehalt, und prüfen Sie, welchen davon Ihr Gerät anzeigt. Die Grundlagen finden Sie im Beitrag Mit Holz heizen, und wenn Sie Fragen zu Ihrem Holz haben, schreiben Sie mir.

Häufige Fragen zur Brennholz-Restfeuchte

Wie hoch darf die Restfeuchte bei Brennholz sein?

Nach § 3 der 1. BImSchV muss die Holzfeuchte unter 25 Prozent liegen, bezogen auf das Trockengewicht. Das entspricht einem Wassergehalt unter 20 Prozent, beide Zahlen beschreiben dieselbe Grenze. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen rät, darunter zu bleiben. Unter Dach pendelt sich gut getrocknetes Holz bei etwa 15 bis 18 Prozent Holzfeuchte ein.

Wie trocken muss Holz sein, um es zu verbrennen?

Naturbelassenes Brennholz muss eine Holzfeuchte unter 25 Prozent haben, das ist der gesetzliche Grenzwert. Umgerechnet sind das 20 Prozent Wassergehalt, der Wert aus den meisten Ratgebern. Für Kamin- und Kachelöfen empfiehlt das TFZ Straubing Scheitholz der Klasse M20, also mit höchstens 20 Prozent Wassergehalt.

Wie lange braucht Brennholz, bis es trocken ist?

Gespaltenes Brennholz kann unter günstigen Bedingungen nach einem Sommer unter 20 Prozent Wassergehalt liegen. Die LWF Bayern hat nach sechs Monaten etwa 20 und nach neun Monaten etwa 15 Prozent gemessen. Unter normalen Bedingungen nennen Umweltbundesamt und Fachagenturen ein bis zwei Jahre. Gespaltenes Holz trocknet deutlich schneller als ungespaltenes.

Woran erkenne ich, ob Brennholz zu feucht ist?

Sicher erkennen Sie es nur mit einem Messgerät: Lassen Sie ein Scheit über Nacht im Haus warm werden, spalten Sie es und messen Sie sofort in der frischen Spaltfläche. Ab 25 Prozent Holzfeuchte ist es zu feucht, im Ofen kommt es schlecht in Gang und verrußt die Scheibe schnell.

Was bedeutet „Restfeuchte unter 10 Prozent“ und ist das besser?

Unter 10 Prozent kommt Holz nur in der Trockenkammer oder nach langem Lagern im Haus; draußen pendelt es sich bei etwa 15 bis 18 Prozent Holzfeuchte ein. Die Norm DIN EN ISO 17225-5 nennt mindestens 12 Prozent Wassergehalt. Solches Holz brennt nach meiner Erfahrung heftiger ab, besser ist es nicht.

Zeigt mein Messgerät Holzfeuchte oder Wassergehalt an?

Die meisten handelsüblichen Holzfeuchtemessgeräte zeigen die Holzfeuchte an, also den Wert, der mit den 25 Prozent aus dem Gesetz verglichen wird. Das TFZ Straubing hat 2009 allerdings zwei Geräte gefunden, die entgegen ihrer Anleitung den Wassergehalt anzeigten. Im Zweifel fragen Sie beim Hersteller nach.

Quellen

Weitere Artikel

Grafik: 1 Raummeter Buche entspricht etwa 200 Liter Heizöl – Brennholz-Rechner Karstenhof

Was ist Ihr Brennholz wert?

Wie viel Erdgas, Heizöl oder Strom ersetzt ein Raummeter Holz? Der Rechner zeigt es für neun Holzarten – und der Text erklärt, was die…